Corona-bedingten Strukturwandel inklusiv gestalten!

Menschen mit Hörbehinderungen stehen in der Corona-Pandemie vor Herausforderungen, die sie erheblich in ihrer gesellschaftlichen Teilhabe einschränken. Darauf weist das Positionspapier der Deutschen Gesellschaft der Hörbehinderten – Selbsthilfe und Fachverbände e. V. vom 14. Oktober 2020 hin, das auf einen breiten Aufklärungsbedarf und die Wichtigkeit von Schulungen für verantwortliche Personen hinweist. Es sei an der Zeit, barrierefreie Konzepte für digitale Angebote und den Einsatz von Schrift- und Gebärdensprachdolmetschenden bereitzustellen, bevor sich ausgrenzende Strukturen etablieren.

Auch nach Anpassung der Rechtslage stelle besonders die Maskenpflicht nach wie vor eine Herausforderung in der alltäglichen Kommunikation für alle Menschen dar, die auf eine klare Aussprache oder das Mundbild ihres Gegenübers angewiesen sind, so die Deutsche Gesellschaft. Dolmetschen in die Deutsche Gebärdensprache (DGS) und Deutsch sei zudem nur ohne getragene Mund-Nase-Bedeckung möglich. Wenn bspw. im medizinischen Bereich Gebärdensprachdolmetscherinnen und -dolmetscher mit Verweis auf die Maskenpflicht oder ein erhöhtes Infektionsrisiko abgewiesen werden, dann deute dies auf ein weiterhin bestehendes Unwissen in Teilen der Gesellschaft hin. So seien viele Menschen kommunikativ von einem Großteil des gesellschaftlichen Lebens abgeschnitten und verstärkt auf die Unterstützung durch ihre Mitmenschen und ihr soziales Umfeld angewiesen. Die Deutsche Gesellschaft sieht hier nach wie vor einen breiten Aufklärungsbedarf, da aktuelle Ausgrenzungen stärker auf die Unwissenheit innerhalb der Bevölkerung als auf eine problematische Rechtslage zurückzuführen sind. 

Mit Blick auf aktuell steigende Zahlen hofft die Deutsche Gesellschaft, dass immer mehr öffentliche Stellen, Untertitel und die Übersetzung in DGS in Pressekonferenzen, Informationsveranstaltungen und weitere Formate einbinden. Es sei davon auszugehen, dass die geltenden Regelungen und Maßnahmen das gesellschaftliche Leben auch in den kommenden Monaten weiterhin prägen werden. Bund und Länder sollten daher bei der Planung weiterer Maßnahmen eng mit Verbänden der Selbsthilfe zusammenarbeiten, um eine gesellschaftliche Benachteiligung bereits vorab zu vermeiden und eine größere gesellschaftliche Akzeptanz zu erreichen.

"Neben ökologischen Faktoren sollten sich zukünftige Konjunktur- und Fördermittel auch an der UN‑BRK ausrichten und klare Kriterien für Inklusion und Barrierefreiheit zur Voraussetzung für den Erhalt staatlicher Mittel aufstellen."

Das vollständige Diskussionspapier ist hier abrufbar: Corona Positionspapier vom 14.10.2020

Die Deutsche Gesellschaft ist der Dachverband für bundesweite Verbände und Institutionen, die sich um das Wohl der gehörlosen, schwerhörigen, ertaubten und taubblinden Menschen bemühen. Die Deutsche Hörbehindertenselbsthilfe e. V. (DHS) ist Mitglied.

(Quelle: Deutsche Gesellschaft der Hörbehinderten – Selbsthilfe und Fachverbände e. V.)

Absage von Veranstaltungen der DHS: LBG-Rhetorik, Herbstseminar und Mitgliederversammlung

Die Deutsche Hörbehinderten Selbsthilfe e. V. richtet sich mit folgendem Schreiben an seine Mitglieder und sagt die für September/Oktober geplanten Veranstaltungen des Herbstseminars, LBG-Rhetorikseminar sowie die Mitgliederversammlung ab.


Liebe Mitglieder,

mit Bedauern müssen wir euch mitteilen, dass wir auf der Vorstandssitzung den Beschluss gefasst haben, aufgrund der Covid19-Pandemie die geplanten Seminare LBG/HS mit MV abzusagen.

Wir haben aus eigenem Erleben der Hygiene- Schutzmaßnahmen bei der Vorstandssitzung im Tagungshaus die Erfahrung gemacht, dass die verantwortungsvolle Umsetzung der Seminare (Haftungssicherung) nicht als gegeben anzusehen sind.

Da im ganzen Haus Maskenpflicht besteht und die Abstandsregeln von 1,5 m eingehalten werden müssen, erschwert dies zudem die Kommunikation untereinander.

Euer gesundheitliches Wohl liegt uns besonders am Herzen, denn auch die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln stellt ein zu großes Risiko dar, wofür die DHS die Verantwortung nicht übernehmen kann.

Die Übernahme der Themen in das Jahr 2021 wird geprüft.

Der Vorstand


Abgesagt: DHS HERBSTSEMINAR 2020: Leben mit Höreinschränkungen – warum fällt der Alltag so schwer...

Achtung! Dieses Seminar wurde abgesagt! Siehe Absage von Veranstaltungen.

Herbstseminar der Deutschen Hörbehinderten Selbsthilfe e. V. (DHS) vom 1. bis 4. Oktober 2020 (Donnerstag bis Sonntag)
Referent: Dr. Volker Kratzsch, Ärztlicher Direktor der VAMED-Klinik, Bad Grönenbach
Tagungsort: Schmerlenbach Tagungszentrum des Bistum Würzburg, Hösbach

Das Seminar behandelt Grundlagen des ‚schweren Hörens‘ im Alltagskontext der Betroffenen und zeigt Lösungswege für eine mögliche störungsfreie Kommunikation auf.

Weiterlesen: Abgesagt: DHS HERBSTSEMINAR 2020: Leben mit Höreinschränkungen – warum fällt der Alltag so schwer...

Abgesagt: LBG-Rhetorik-Workshop 2020 – Lautsprache Begleitende Gebärden für Anfänger und Fortgeschritten

gezeichnete Haende rosa und orangefarben Schriftzug LBG DGSAchtung! Dieses Seminar wurde abgesagt! Siehe Absage von Veranstaltungen.

Die Deutsche Hörbehinderten Selbsthilfe e. V. (DHS) bietet vom 28. September bis 4. Oktober 2020 in Hösbach, Tagungszentrum Schmerlenbach, einen LBG-Rhetorik-Workshop an – das Erlernen und Vertiefen der Lautsprache Begleitenden Gebärden für Anfänger und Fortgeschrittene.

Referent: Klaus G. Pufahl, Mitarbeiter und Dozent, LOOR ENS GbdR. Köln

Weiterlesen: Abgesagt: LBG-Rhetorik-Workshop 2020 – Lautsprache Begleitende Gebärden für Anfänger und...

Unterkategorien

Deutsche Hörbehinderten Selbsthilfe e. V. – Copyright © 2019. Alle Rechte vorbehalten.