Offizielle Notruf-App der Bundesländer „nora“

nora Notruf App Logo RGB

Ab 28. September 2021, 12 Uhr, steht die neue Notruf-App „nora“ im Apple App Store für iOS und im Google Play Store für Android zum Download bereit. Im Notfall können mit der App Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst überall in Deutschland erreicht werden – auch ohne zu sprechen und zu hören. Menschen mit eingeschränkten Sprach- und Hörfähigkeiten erhalten damit einen alternativen Zugang zum Sprachnotruf unter 110 oder 112.

Durch Symbole, klare Texte und eine intuitive Nutzerführung kann man auch mit geringen Sprachkenntnissen und ganz ohne zu sprechen einen Notruf mit den wichtigsten Informationen absetzen. Über maximal 5 Fragen wird die Art des Notrufs abgefragt. Die Kommunikation mit der Einsatzleitstelle ist mit einem textbasierten Chat möglich. Damit gibt es neben der Nutzung von Telefondolmetschdiensten (TESS) und Notfallfax nun eine weitere Alternative zum Sprachnotruf.

Was „nora“ bietet:

  • Notruf ohne Sprechen
  • Standortbestimmung über die Standortfunktion des Handys (GPS)
  • Kommunikation mit der Leitstelle via Chat
  • Stiller Notruf für Situationen, in denen man sich bedroht fühlt
  • Demo-Modus zum Ausprobieren eines App-Notrufs
  • Registrierung nur mit Mobil-Nummer und Namen
  • zweisprachig deutsch und englisch
  • verschlüsselte Kommunikation und Datenschutz

Um mit der App einen Notruf absetzen zu können, müssen sich Nutzerinnen und Nutzer registrieren. Auf freiwilliger Basis kann man in der App auch persönliche Angaben z. B. zum Alter, zu Vorerkrankungen oder Behinderungen hinterlegen. In medizinischen Notfällen, in denen diese Daten gebraucht werden, werden sie an die Rettungsdienste weitergegeben.

Ein Überblick zur App und Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Anleitungen in Deutscher Gebärdensprache und in Leichter Sprache findet sich auf der Webseite der App:

 www.nora-notruf.de

ACHTUNG: Möglichkeit zum Download der Notruf-App nora wegen hoher Abrufzahlen vorübergehend eingestellt

Nachtrag vom 01.10.2021

Das nordrhein-westfälische Innenministerium hat am 30. September 2021 vorübergehend die Möglichkeit zum Download der Notruf-App „nora“ eingestellt.

Durch den Ausfall der Notrufnummern 110 und 112 am 29. September und der begleitenden Medienberichterstattung kam es in kurzer Zeit zu sehr hohen Downloadzahlen der App. In der Spitze haben sich die Zugriffszahlen mehr als verzehnfacht. Die anschließende hohe Anzahl an Registrierungen führte zu einer starken Auslastung der Server. Um die Server zu entlasten und die Funktionsfähigkeit der App weiter zu gewährleisten, hat das Innenministerium die Möglichkeit zum Download vorübergehend pausiert.

Für alle bereits registrierten Nutzerinnen und Nutzer bleibt die App voll funktionsfähig und weiterhin nutzbar. Es kann jedoch aufgrund der anhaltenden Belastung noch zu Einschränkungen kommen.

Für die Hauptzielgruppe von „nora“, Menschen mit Sprech- und Hörbehinderungen, hat das Innenministerium bereits einen alternativen Zugang zum Download und zur Registrierung der App geschaffen. Die Betroffenen können sich unter www.nora-notruf.de/hilfe melden und ihren Zugang zur App anfordern.

(Quelle: nora-notruf.de)

 

Barrierefreiheit in der Psychotherapie für Menschen mit einer Hör-oder Sehbeeinträchtigung: Studienteilnehmende gesucht

Für eine wissenschaftliche Studie sucht die Universität Witten/Herdecke Teilnehmerinnen und Teilnehmer für ein Interview zum Thema „Barrierefreiheit in der Psychotherapie für Menschen mit einer Hör-oder Sehbeeinträchtigung“. Im Zeitraum Mai bis Oktober 2021 sollen Interviews zu Themen wie „Menschen mit Behinderung“ und „eigene Erfahrungen in der Psychotherapie“ durchgeführt werden. Hierzu werden Menschen Menschen mit einer Hör- oder Sehbeeinträchtigung gesucht, die Erfahrungen als Patient/Patientin in der Psychotherapie (ambulant, stationär oder teilstationär) gemacht haben. Interessierte können an der Studie teilnehmen, wenn sie aktuell in Behandlung sind, aber auch wenn sie früher einmal in einer Behandlung waren, egal wie lange diese schon zurückliegt. Das Mindestalter beträgt 18 Jahre.

Die Interviews werden ungefähr 60 bis 90 Minuten dauern und können barrierearm gestaltet werden, die Interessierten können angeben, ob per Videokonferenz, Telefon, mit Gebärdensprach- oder Schriftdolmetschung, oder auch als Online-Chat.

Weitere Informationen und Kontaktdaten sind im Flyer der Uni Witten-Herdecke zu finden: Aufruf zur Teilnahme.

(Quelle: Universität Witten/Herdecke)

REHADAT-Wissensreihe: Mit Hörschädigung im Job

Wie können Menschen mit einer Hörbehinderung möglichst gut am Berufsleben teilhaben? Wie erleben sie ihren Arbeitsalltag, welche Unterstützung finden sie im Beruf oder in der Ausbildung hilfreich und welche Hilfen wünschen sie sich vielleicht noch? Hierzu hat REHADAT im Jahr 2019 eine Online-Umfrage zum Thema „Mit Hörschädigung im Job“ durchgeführt und die Ergebnisse in ihrer "Wissensreihe: Hörbehinderung" veröffentlicht. Sie wendet sich an Unternehmen, betroffene Beschäftigte sowie alle Fachleute, die an der beruflichen Teilhabe von Menschen mit Behinderungen oder Erkrankung beteiligt sind..

Hochrechnungen zufolge gibt es in Deutschland acht Millionen erwachsene Menschen mit einer so gravierenden Hörbeeinträchtigung, dass eine Hörhilfe oder medizinische Behandlung notwendig ist. Drei Viertel von ihnen erleben herausfordernde Hörsituationen im beruflichen Alltag und gut die Hälfte fühlt sich nicht ausreichend zum Thema „Hörbeeinträchtigung und Beruf“ informiert. Immerhin kritisierte nur ein Viertel der Befragten eine wenig unterstützende Unternehmenskultur.

Die REHADAT-Broschüre mit dem Titel „Ich hör‘ wohl nicht richtig?!“ beschreibt kommunikationsfördernde, organisatorische und technische Lösungsansätze, um Arbeitsbedingungen an die Bedürfnisse von Beschäftigten mit Hörbehinderung anzupassen. Darüber hinaus erhalten Interessierte grundlegende Informationen über das Thema Hörbehinderung und deren Auswirkungen auf das Arbeitsleben, z. B. Informationen über die Arten von Schwerhörigkeit, Hörhilfen, Kommunikationsformen, den Grad der Behinderung, Arbeitsschutz und Barrierefreiheit. Ergänzt werden die Informationen durch drei Interviews aus dem beruflichen Alltag. Die Broschüre schließt mit weiterführenden Hinweisen auf REHADAT (u. a. auf Praxisbeispiele, Hilfsmittel, Ansprechstellen, Urteile, Literaturhinweise) und externe Quellen.

Die Broschüre sowie die Dokumentation der Umfrageergenisse ist unter folgendem Link abrufbar: REHADAT-Publikationen

(Quelle: REHADAT)

 

SHG Emsdetten: Mit dem „Stangenmikrofon“ durch die Reihen

Normalerweise wäre es sicherlich ein ereignisreiches Jahr für die Selbsthilfegruppe für Hörgeschädigte Emsdetten geworden. Der Besuch im Hörzentrum Oldenburg war fest terminiert, Referenten und Gäste waren eingeladen, und die Anschaffung eines neuen FM-Koffers sollte forciert werden. Aber was ist schon normal in diesem von einer Pandemie beherrschten Jahr?

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